Nachruf auf Univ.Prof. DDr.h.c. Werner Leinfellner 1921 – 2010

Werner Leinfellner 1977

Mit tiefer Trauer und Bestürzung müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass am 6. April 2010 Univ.Prof. DDr.h.c. Werner Leinfellner in einem Wiener Spital verstarb. Seine Frau Elisabeth war am 4. Jänner dieses Jahres gestorben.

Werner Leinfellner zählte zu den Pionieren der wissenschaftlichen Philosophie, Wissenschaftstheorie sowie zur Spiel- und Entscheidungstheorie im Geiste des Wiener Kreises und er hat zusammen mit seiner Frau Elisabeth 1976 durch die Mitgründung und langjährige wissenschaftliche Begleitung der Österreichischen Ludwig Wittgenstein Gesellschaft in Kirchberg am Wechsel (NÖ) wesentlich Akzente zur Internationalisierung des philosophischen Lebens in der Zweiten Republik gesetzt. Obwohl er in Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg aufgrund der widrigen wissenschaftlichen und politischen Verhältnisse beruflich nicht Fuß fassen konnte und an der University of Nebraska, Lincoln, seine internationale akademische Karriere startete, hat er die Kontakte zu seiner Heimat nie abgebrochen und ist nach seiner Emeritierung wieder nach Wien zurückgekehrt. Zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen dokumentieren die Bedeutung seines Lebenswerkes.

Seit der Gründung des Instituts Wiener Kreises im Jahre 1991 fungierte er in dessen wissenschaftlichen Beirat und er hat die Arbeit des Instituts durch seine Expertise und durch eigene Beiträge einzigartig bereichert.

Sein Ableben stellt einen unersetzlichen menschlichen und intellektuellen Verlust für das wissenschaftliche Leben und die intellektuelle Öffentlichkeit dar und wir werden ihn zusammen mit Elisabeth in großer Dankbarkeit in Erinnerung behalten.
Unsere Anteilnahme gilt seiner Tochter Ruth, ihrer Familie und seinen Verwandten.

Univ.Prof. Dr. Friedrich Stadler, Wissenschaftlicher Leiter des Institutes Wiener Kreis und Mitglied des Vorstandes der ÖLWG
Wien, 8. April 2010



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Kondolenzbuch-Einträge

Der große Denker Werner Leinfellner prägte das Denken und das Erkennen durch seine wissenschaftlichen Leistungen auch in den Sozial-und Wirtschaftswissenschaften. Sein Werk wird fruchtbar weiterleben.

In großer Dankbarkeit und Verehrung

Rainer Hasenauer

Hon.Prof. Dr. Rainer Hasenauer am 11. 11. 2010

Die Nachricht vom plötzlichen Ableben von Herrn Prof. Leinfellner - so kurz nach dem Tod seiner Frau Elisabeth - hat mich sehr getroffen.

Ich möchte den Hinterbliebenen mein herzliches Beileid zum schweren Verlust aussprechen.

Prof. Werner und Prof. Elisabeth Leinfellner haben sehr zum Entstehen der Ausstellung “Ludwig Wittgenstein UND Trattenbach” beigetragen und diese auch immer wieder präsentiert.

Wir werden beiden ein ehrendes Andenken bewahren.

Bürgermeister Johannes Hennerfeind, Trattenbach am 18. 05. 2010

Werner Leinfellner wird das noch immer pflegebedürftige Soziotop ‘Österreichische Gegenwartsphilosophie’ noch lange beleben. Sein Wirken war eine stimmige Antwort auf die Frage: Wozu Denker in dürftiger Zeit?

Harald Edelbauer am 07. 05. 2010

Auch diese sehr überraschende Nachricht erfüllt mich mit großer Trauer. Das schnelle Ableben von Professor Leinfellner nach dem kürzlichen Tod seiner Frau gibt mir das Gefühl, als hätte dies so sein müssen. Es erscheint, als ob ein Leben ohne seine Frau für ihn kein Leben mehr war. Seine großen Verdienste um die Wittgenstein-Gemeinschaft stehen denen seiner Frau Elisabeth in nichts nach.

Ulrich Arnswald, Karlsruhe am 05. 05. 2010

Mit Bedauern habe ich vom Tod Werner Leinfellners erfahren. Er und seine Frau Elisabeth werden mir mit ihrem Engagement und ihrer humorvollen Art stets in Erinnerung bleiben.

Ilse Somavilla am 03. 05. 2010

Das jährliche Zusammentreffen mit Werner und Elisabeth Leinfellner in Kirchberg bedeutete für mich immer ein erfreuliches Ereignis. Ich werde diese Gespräche in Zukunft vermissen.

Johannes Brandl am 27. 04. 2010

Den werten Kollege Leinfellner und seine Frau werde ich sehr, sehr vermissen, vor allem dieses Jahr, nachdem mir das letzte Jahr und die nun also leider letzten Kontakte mit ihnen noch so gut in Erinnerung sind. Fuer seine wissenschaftlichen Leistungen und Beitraege hatte ich immer grossen Respekt, aber ich freute mich immer auch auf diese warmen, interessierten Begegnungen.

Peter P. Kirschenmann am 27. 04. 2010

Als regelmäßiger Teilnehmer an den Wittgenstein Symposien seit 1983 habe ich zunehmend persönlichen Kontakt mit Prof Leinfellner gehabt und ihn sehr schätzen gelernt. Er hat zu den Veranstaltungen ganz einfach dazu gehört. Wir werden ihn sehr vermissen.

DI.Dr. Karl Nähr am 27. 04. 2010

Seine Verdienste für die Gesellschaft sind unbeschreiblich. Sein Frohsinn und seine Heiterkeit schafften eine ebensolche Atmosphäre in Kirchberg.

Rafael Hüntelmann am 27. 04. 2010

Nach dem Tod von Elisabeth Leinfellner ist das Vorhersehbare eingetreten: Werner ist nach drei Monaten seiner innig geliebten Frau gefolgt, oder besser – nun sind sie wieder vereint.
Elisabeth schrieb in unserem gemeinsam herausgegeben Buch „Ludwig Wittgenstein – Ein Volksschullehrer in Niederösterreich“, Sutton-Verlag, 2005: „Wittgenstein starb am 29. April 1951. Bevor er das Bewusstsein verlor, sagte er einen rätselhaften Satz:
‚Sage ihnen, dass ich ein wunderbares Leben gehabt habe.’“
Ich denke, dies trifft auch auf das Leben von Elisabeth und Werner Leinfellner zu.

Sascha Windholz am 26. 04. 2010