{"id":1961,"date":"2018-06-10T20:16:19","date_gmt":"2018-06-10T18:16:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.alws.at\/alws\/?p=1961"},"modified":"2018-06-10T20:16:19","modified_gmt":"2018-06-10T18:16:19","slug":"nachruf-auf-em-o-univ-prof-dr-rudolf-haller-1929-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.alws.at\/de\/nachruf-auf-em-o-univ-prof-dr-rudolf-haller-1929-2014\/","title":{"rendered":"Nachruf auf Em. o.Univ.-Prof. Dr. Rudolf Haller 1929 \u2013 2014"},"content":{"rendered":"<p>Nachruf von\u00a0<a href=\"http:\/\/www.univie.ac.at\/ivc\/stadler\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Friedrich Stadler<\/a>\u00a0(Professor f\u00fcr Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftstheorie, Vorstand des Instituts Wiener Kreis, Universit\u00e4t Wien und Mitglied des Vorstandes der \u00d6LWG)<\/p>\n<h4>Prof. Rudolf Haller (1929-2014)<\/h4>\n<p>Am 14.2.2014 verstarb in seiner Heimatstadt Graz der renommierte der \u00f6sterreichische Philosoph em.Univ.Prof. Rudolf Haller nach langer schwerer Krankheit im 85. Lebensjahr.<\/p>\n<p>Haller wurde 1929 in St. Gallen geboren, studierte Philosophie, Soziologie, Geschichte und Kunstgeschichte in Graz und ging nach Abschluss seines Studiums als Postdoc nach Oxford. Im Jahre 1961 habilitierte er sich f\u00fcr Philosophie an der Universit\u00e4t Graz und lehrte danach auch in M\u00fcnchen und Hannover. Im Jahre 1967 wurde er zum Ordinarius f\u00fcr Philosophische Grundlagenforschung berufen, wo er bis zu seiner Emeritierung 1997 in Lehre und Forschung mit den Schwerpunkten analytische Philosophie, \u00f6sterreichische Philosophie, speziell \u00fcber Bolzano, Brentano, Mach, Meinong, Wiener Kreis, Wittgenstein und Popper wirkte. Daneben hat er 1983 mit Hilfe des Wissenschaftsministeriums (durch Norbert Rozsenich) die au\u00dferuniversit\u00e4re \u201eDokumentations- und Forschungsstelle f\u00fcr \u00f6sterreichische Philosophie\u201c aufgebaut und bis zu seiner Pensionierung geleitet, das zum wichtigsten Zentrum f\u00fcr die Erforschung der Philosophie in \u00d6sterreich wurde. Zusammen mit Adolf H\u00fcbner, Elisabeth und Werner Leinfellner, Paul Weingartner z\u00e4hlte er seit der Gr\u00fcndung 1976 zu den Pionieren der \u201e\u00d6sterreichischen Ludwig Wittgenstein Gesellschaft\u201c, die bis heute j\u00e4hrlich die Internationalen Wittgenstein Kongresse in Kirchberg\/Wechsel ausrichtet. Damit, und mit seinen zahlreichen Einladungen renommierter ausl\u00e4ndischer PhilosophInnen nach Graz, hat er zur fr\u00fchen Internationalisierung und \u00d6ffnung der Philosophie beigetragen, die lange Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ein provinzielles Schattendasein fristete. In diesem Sinne hat er auch zusammen mit dem Verfasser wesentlich bei der Gr\u00fcndung und wissenschaftlichen Profilierung sowie als langj\u00e4hriger Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirates des Instituts Wiener Kreis mitgewirkt, das sich inzwischen zu einem international angesehenen Institut an der Fakult\u00e4t f\u00fcr Philosophie der Universit\u00e4t Wien entwickelt hat. Wichtige Impulse gehen bis heute zudem von der von ihm 1975 gegr\u00fcndeten Zeitschrift \u201eGrazer Philosophische Studien. Internationale Zeitschrift f\u00fcr analytische Philosophie\u201c aus, sowie von der von ihm lange herausgegebenen Buchreihe \u201eStudien zur \u00f6sterreichischen Philosophie\u201c. Dort erschienen auch seine \u201eStudien zur \u00f6sterreichischen Philosophie\u201c als Band 1 und als Band 10 seine \u201eFragen zu Wittgenstein und Aufs\u00e4tze zur \u00f6sterreichischen Philosophie\u201c (1986). 1993 ver\u00f6ffentlichte er sein Buch \u201eNeopositivismus\u201c und zuletzt engagierte er sich im Grazer Moderne-Projekt, z.B. mit der Herausgabe des Sammelbandes \u201eNach Kakanien. Ann\u00e4herung an die Moderne\u201c (1996).<\/p>\n<p>Ein besonderer Beitrag war die Mitarbeit an der Gesamtausgabe von Alexius Meinong, die Herausgabe der gesammelten Schriften Otto Neuraths und der Ver\u00f6ffentlichungen der \u00d6sterreichischen Ludwig Wittgenstein Gesellschaft. Seine Verdienste um die philosophische Forschung und Wissenschaftsphilosophie werden \u00fcberdauern, speziell seine Arbeiten zu Wittgenstein, zum Wiener Kreis und zur Entwicklung einer typisch \u00f6sterreichischen Philosophie seit dem 19. Jhdt. (mit der Merkmalen von Sprachkritik, symbolischer Logik, und empiristischer Ausrichtung) im Gegensatz zur deutschen Philosophie dialektischer oder transzendentaler Natur (\u201eNeurath-Haller-These\u201c). Zwei Festschriften, zahlreiche Gastprofessuren und Auszeichnung sind Zeichen dieser gro\u00dfen internationalen Karriere eines herausragenden Philosophen und Menschen, der durch seine einzigartige Fachkenntnis, Offenheit, Kreativit\u00e4t und Menschlichkeit einen unersetzbareren Vertreter der intellektuellen \u00d6ffentlichkeit und Wissenschaft in und au\u00dferhalb \u00d6sterreichs darstellte. Er wird diesem Lande und der Scientific Community fehlen. Rudolf Haller hinterl\u00e4sst seine Frau Ingeborg und seinen Sohn Gregor.<\/p>\n<p>Homepage:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.uni-graz.at\/rudolf.haller\" target=\"_balnk\">http:\/\/www.uni-graz.at\/rudolf.haller<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachruf von\u00a0Friedrich Stadler\u00a0(Professor f\u00fcr Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftstheorie, Vorstand des Instituts Wiener Kreis, Universit\u00e4t Wien und Mitglied des Vorstandes der \u00d6LWG) Prof. Rudolf Haller (1929-2014) Am 14.2.2014 verstarb in seiner Heimatstadt Graz der renommierte der \u00f6sterreichische Philosoph em.Univ.Prof. Rudolf Haller nach langer schwerer Krankheit im 85. Lebensjahr. 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